Pro Kastanie Zentralschweiz
Verbundprojekt Kastanienhaine Zentralschweiz
Verbundprojekt
Geschichte
Die Edelkastanie war seit dem Mittelalter auch auf der Alpennordseite ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Insbesondere in den milden Lagen rund um die Zentralschweizer Seen wurde sie bis zur kleinen Eiszeit (17.-18. Jh.) kultiviert und prägte die Landschaft. Danach verlor die Kastanie hier an Bedeutung, verschwand nach und nach aus der Landschaft und geriet im 20. Jahrhundert fast völlig in Vergessenheit.
Projektentwicklung
Die Interessengemeinschaft Pro Kastanie Zentralschweiz, die Kantone und der Fonds Landschaft Schweiz setzen sich für den Erhalt der letzten Hainrelikte ein. Erfahrungen mit ähnlichen Projekten zur Restauration von Kastanienselven im Tessin wurden systematisch gesammelt (
Erfahrungen
Selvenrestauration SZF 9/2006). Ein Vorprojekt untersuchte dann 2006-07 die Kastanienvorkommen und fand erstaunlich viele Hinweise auf ehemalige Haine. Im Vorprojekte wurde die Eignung der Hainrelikte als potentielle Hainobjekte abgeschätzt und schliesslich eine Liste prioritärer Hainobjekte vorgeschlagen, diskutiert und darauf aufbauend das erste Verbundprojekt Kastanienhaine Zentralschweiz 2008-11 ausgearbeitet (
Bericht
Vorprojekt,
Bericht
Projektierung,
Anhang
Projektierung).
Hainrelikt Eltbüel
Ziele / Kennziffern
Ziel des im Februar 2009 gestarteten Verbundprojektes ist
es, durch Restauration und Neubegründung ein Netz aus
Kastanienhainen in der Zentralschweiz zu schaffen und deren
Unterhalt sicher zu stellen. Ergänzend dazu sollen Möglichkeiten
zur Förderung der Edelkastanie auch aussserhalb der Hainflächen
wahrgenommen werden. Das Umsetzungsprojekt 2008-11 hat folgende
Kennziffern:
| 18.0 ha |
Gesamtfläche Haine |
| 200 Stk |
Kronenschnitt alte Hainbäume |
| 700 Stk |
Pflanzung veredelter Kastanien |
| 50 Stk |
Kronenschnitt wertvolle Einzelbäume |
| 750'000 CHF |
Gesamtkosten |
 |
 |
Die Detailplanung und Umsetzung erfolgen in enger Zusammenarbeit
mit Eigentümern, Gemeindevertretern und zuständigen
Kantonsbehörden (Wald, Land-wirtschaft, Natur-/Landschaftsschutz)
sowie Vertretern verbundener NGOs im Fachausschuss und in
den Hainkommissionen. Durch Verbund und zentrale Abwicklung
von Projektleitung und weiteren wichtigen Querschnittsaufgaben
soll die Umsetzung optimiert werden.
Module
Das Verbundprojekt ist modular aufgebaut. Kernstück bilden die Hainmodule. Ergänzende Module betreffen die Förderung wertvoller Einzelbäume ausserhalb von Hainflächen (Monumente, Sorten), die Sensibilisierung des Forstdienstes für Erhalt und Förderung aller Kastanienvorkommen im Wald sowie mögliche Dienstleistungen rund um die Kastanienförderung. Das Rahmenmodul umspannt alle Module und beinhaltet nebst der Gesamtprojektleitung wichtige Querschnittaufgaben wie z.B. die Koordination der Nachzucht (z.B. alte Lokalsorten), die Koordination und Ausbildung der Umsetzer (Qualitätssicherung) oder den Betrieb der Infostelle (Merkblätter, Webseite etc.). Dadurch können Qualität und Effektivität aller Umsetzungsarbeiten optimiert werden.
Mitwirkung in Hainkommissionen
Die Detailplanungen erfolgen in den Hainkommissionen. In enger Zusammenarbeit mit Eigentümern, Gemeindevertretern und zuständigen Kantonsbehörden (Wald, Landwirtschaft, Natur-/Landschaftsschutz) sowie Vertretern verbundener NGOs und ggf. weiterer Behörden werden tragfähige Lösungen gesucht und gemeinsam entwickelt.
Die Hainkommissionen stellen eine breite Abstützung der Detailplanungen sicher (H09 H30)
ar, 10. September 2010