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Chestene Chilbi

Geburtsstunde einer „Chestene-Chilbi“
Seit 1976 ist Herbert Lampart Hotelier im Gasthaus „Rigi“ / „Drei Eidgenossen“. Im Muggia-Tal kriegte er zufällig Kontakt mit einer „Sagra della Castagna“. Durch den oben erwähnten Kastanien-Artikel inspiriert kam der inzwischen zum Verkehrsvereinspräsidenten gewählte Lampart 1998 auf die Idee im Grepper Dorf eine „Chestene-Chilbi“ zu organisieren. Kilbenen gibt es auf der Alpen-Nordseite überall. Aber die Verbindung von Kilbi und Kastanie wirkte wie ein Magnet auf die Besucher. So auch im folgenden Jahr 1999. Mit dem Thema Kastanie führte die Primarschule Greppen zugleich eine Projektwoche durch.

Mangelnde Kastanienkenntnisse
Viele Frauen und Männer kamen nicht allein wegen der Kilbi, sondern sie hatten Fragen zur Kastanie und ihrer Kultur. Ein grosser Teil der Leute versteht unter Kastanie die in der ganzen Schweiz verbreitete, winterharte Rosskastanie. Andere Leute, welche die Edelkastanie kennen, haben keine Ahnung, dass diese auch auf der Alpennordseite existieren oder existiert haben. Im weiteren aber spürten die Organisatoren, dass man über die ganze Kastanienkultur nur mehr dürftige Kenntnisse hatte.
Vier Vertreter aus dem Kanton Luzern (später alles Vorstandsmitglieder der Pro Kastanie Zentralschweiz) besuchten am 9.11.1999 an der Höheren Forstlichen Fachschule in Maienfeld einen Kurs „Die Edelkastanie: Frucht und Holz“.

„Chestene-Chilbi“ ein Kultur-Element
1970 erlosch die uralte traditionelle Kilbi (Kirchweihe) in Greppen. Die Frage nach einer Wiederbelebung im Jahre 1977 verlief im Sand. Unter dem Titel „Chestene-Chilbi“ gelang es dem Hotelier Herbert Lampart 1998 mit einer buchstäblichen „ad hoc“-Aktion ein interessiertes Publikum zu gewinnen. Eine Mischung von Marktfahrern (teilweise aus dem Tessin) und von Dorfvereinen brachte ein Ambiente in das Dorf Greppen, welches zudem zum Inventar schützenswerter Ortschaften der Schweiz zählt. Durch Mund-zu-Mund-Progaganda und dem guten Medien-Echo ist die „Chestene-Chilbi“ Greppen fast auf dem Weg zu einem nationalen Ereignis.

Brotbäcker, Bierbrauer usw.
Im übrigen gibt es an der „Chilbi“ besondere Events. Seit zwei Jahren wird die „Chestene-Chilbi“ durch einen fahrbaren Brotbackofen bereichert. An Ort und Stelle wird jeweils Kastanienbrot hergestellt. Letztes Jahr demonstrierte ein Sammler aus dem Tessin mit seinem Team das Brauen von Kastanienbier. Das südländische Ambiente wurde schon am Vorabend mit einem Tessinerabend eingeläutet. Mit Holzschnitzen, Holzdrechslern oder Strohflechten wird auch handwerkliches Geschick visualisiert.
     
 
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